Skull hat in seinem Beitrag Der Grund warum man viele Sets machen sollte! völlig recht: „Mach in einer Woche 300 Sets und beweise Dir, dass Du es ernst meinst, ein PUA zu werden!“
Mir kommt immer mehr die Einsicht, dass der Spruch „Masse statt Klasse!“ sehr viel Wahrheit beinhaltet. War ich früher ein Perfektionist, so habe ich durch PU die Einsicht bekommen, dass Shittests etc. das Game mit meiner Ausgewählten immer noch beeinflussen können und mein Perfektionismus mir gar nichts nützt, sondern mich eher behindert.
In meiner Jugend war ich nicht so. Ich erinnere mich an Studentenparties in großen Sälen, obwohl ich selbst keiner war. Ich ging durch den Raum und sprach jede und jeden an. Ich kannte scheinbar alle! Es war mir egal, wen ich ansprach. Damals war ich sehr einsam. Ich dachte, wenn ich viele Leute kenne, wird die Einsamkeit weggehen. Aber dem war nicht so. Ich merkte, umso mehr Leute oder umso mehr Mädels ich ansprach, umso einsamer wurde ich, denn:
Ich hatte keine wirklichen Freunde. Ich kannte zwar die halbe Schule oder die halbe Uni, doch es war niemand da, der mehr als zwei Worte mit mir wechselte. Ich ging zu Tanzparties in Tanzschulen, tanzte mit den hübschesten Mädels, doch befreundet war ich mit keiner. Das machte mich mit der Zeit noch einsamer. Trotzdem hatte ich immer die Kraft, mich aufzuraffen und erneut in dieses kalte Wasser zu springen, „neue Sets zumachen“, wie wir heute sagen würden.
Irgendwann hatte ich dann ein selbst reflektierendes Gespräch darüber, wie man Freunde macht. Ich weiß noch genau, wie ich damals nach einer Beziehung lechzte und auch nach einem guten Freund. Das mehrfache Ansprechen ein und derselben Person, war mir bis dahin nie so wichtig gewesen, da ich ja wie ein bunter Hund durch die Menge sprang.
Natürlich hatte ich damals schon Führungsposition für andere, dennoch fühlte ich mich innerlich nicht akzeptiert, bzw. wohl damit. Ich war nicht stolz auf meine erreichten Ziele. Selbst viel später als Schulsprecher am Abendgymnasium (ich bekam sogar eine Auszeichnung der Lehrerschaft), habe ich es nicht annehmen können, dass mich eigentlich alle mochten.
Dieser innere Zweifel, mich selbst zu schnell zu entwerten ist mir bis heute ein ständiger Begleiter. Erreichte Ziele kann ich nur sporadisch genießen und beruflich wie privat wenig davon profitieren.
Damals, in der Jugend, lernte ich dann, mich auf wenige Menschen zu konzentrieren. Vielleicht war das ein großer Fehler in meinem Leben. Ich habe damals den Rat eines Beraters befolgt, das weiß ich noch genau:
„Wenn Du viele kennst, kennst Du keinen richtig. Kennst Du wenige, hast Du die Zeit, genauer hinzusehen.“
Dies hat mir zwar Freunde gebracht, doch konnte ich nicht zwischen Mann und Frau unterscheiden, was mich dann schnell zum Mr. NiceGuy für die Frauenwelt machte. BTW kenne ich fast alle Problemchen, die Frauen mit ihren Freunden und Lovern haben. Die Hingabe an einzelne Menschen, nur um geliebt, beliebt, gemocht und anerkannt zu werden, brach mir wahrscheinlich das Genick: Ich lernte nicht wirklich mit mir selber umzugehen, sondern ich verlagerte dies auf meine Umwelt. War einmal niemand zur Hand, ging es mir dreckig und mies zugleich.
Nochmals zurück zu damals:
Ich war ein junger Mann, der witzig war, in der Gruppe den Clown machen konnte, C&F per natur drauf hatte und bei allen beliebt war. Durch meinen Nachnamen „Rahm“ nannten mich alle nur Sanella. Ich konnte das ab, wusste ich doch, dass es mir hohen Status gab. Neu hinzukommende rümpften oft die Nase, doch mir machte das nichts aus. Im Gegenteil, ich ermunterte sie, mich so nennen zu dürfen (ich gab ihnen die Erlaubnis, meine Freunde zu sein). Es gab damals Leute, die wussten meinen wirklichen Namen gar nicht, sondern kannten mich nur unter diesem Spitznamen. Sicher, es gab auch andere Zeiten. Im Internat war ich noch nicht so stark und als der Direktor vor versammelter Schülerschaft mich vom Podium her hänselte, versank ich tief in den Boden. Aber das ist Geschichte, er hat seinen Preis bezahlt, denn ich hab’s ihm zurück gezahlt ![]()
Ich möchte hier den Punkt finden, an dem ich meine Sicherheit verloren habe. Ich weiß, dass ich das in der Vergangenheit einmal hatte. Ich war wer. Ich war Jürgen, Sanella, Gulp oder auch der Segelfliegerohrentyp. Ich war Ich!
Irgendwann hab ich mich verloren. Danach war alles anders. Ich war schüchtern, zurück gezogen und einsam. Ich war alleine. Niemand liebte mich und ich mich selber schon mal gar nicht. Vielleicht war es in der Zeit draußen unter den Brücken der Stadt. Als Aussteiger und Penner zog ich durch meine einstige Heimatstadt und lebte ein völlig anderes Leben. Beschimpft als „So was wie Dich müsste man vergasen!“ und angepöbelt von fast jedem Polizisten, zog ich barfuß und mit langen Rusterlocken mit meinen Schiebewagen, in dem sich meine kleinen Habe befand, durch Strassen, Städte und Dörfer. Sicher, dies alles habe damals ich freiwillig getan. Ich hielt es in Wohnungen nicht mehr aus, denn die ganze Gesellschaft ging mir dermaßen auf den Sack, dass es nicht mehr zu ertragen war. Es war eine Art Befreiung, die mir leider nicht gelang, da die erträumten Ziele bis heute nicht verwirklicht sind. Sie sind eigentlich in keinem Maße angegangen oder verwirklicht, merke ich grade. Wir haben immer nur an uns gearbeitet, da draußen. Ich lief den ganzen Tag schreibend umher und füllte so Seite um Seite, krempelte mein Innerstes in allen Bereichen um, sodass ich momentan bei meiner Schwangerschaft angekommen bin, also die Zeit, wo ich in Mama’s Bauch war.
In dieser Zeit hat sich meine Einsamkeit oft recht stark vergrößert. Ich träumte IMMER von irgendwelchen Frauen, wichste unaufhörlich und konnte, durch mein Aussehen bedingt, niemanden kontaktieren, außer halt ein paar Menschen, die meine Gesinnung kannten und mit denen ich dann über Gott philosophieren konnte. Duschen war damals verpönt. Alle drei Monate setzte ich mich bei meinen Eltern in eine warme Badewanne. Duschgel war verboten und so lag ich dort einfach nur und ließ das Wasser sein Werk an meinem Körper tun. Meine Haare, wie gesagt Rusterlocken, machten aus mir einen neuen Jürgen, den ich nicht kannte. Andererseits habe ich in diesen zwölf Jahren meines Lebens auch sehr, sehr viel kreatives getan. Ich habe ein Haus renoviert, sämtliche elektrischen Arbeiten erledigt, Wasserleitungen verlegt und gemauert usw. Ich habe die Fassade nach dem Erdbeben wieder verputzt (wozu ich mir selber aus alten Heizungsrohren ein 11m Gerüst schweißte) und ich habe auch ein großes Gartenhaus gezimmert, aus Holz mit einem richtigen Fundament, indem ich dann meine 28 Hühner unterbrachte, um ihr Sozialverhalten zu studieren, mitten in der Stadt. Alles was man für einen Teich aus Lehm wissen musste, konnte ich mir erarbeiten und selbst gebastelte Sonnenkollektoren waren einst meiner Steckenpferde. Dann begab ich mich ans Schweißen. Nachdem ich bei einem Auto den Boden geschweißt hatte, baute ich mir ein Liegerad. Ich lötete mir den Rahmen und beschaffte mir die Teile vom Sperrmüll. Leider hat es nicht lange gehalten und steht nun immer noch in diesem Garten, wo ich damals gelebt habe.
Übrigens stehen dort noch fast alle Sachen von damals. Meine gesamte Kücheneinrichtung, Geräte und was weiß ich alles. Klamotten und Bücher, Disketten und wer weiß was alles. Ich habe nach dem Ausscheiden damals wiederum ein neues Leben begonnen. In einer WG mit einem Schulkumpel konnte ich völlig neu starten und die Sachen, die ich nicht mehr mochte, einfach zurücklassen.
Doch zurück zu meinem Inner Game und zurück zu Skull:
Ich spreche heute nicht mehr viele Menschen an. Ich resigniere, noch bevor ich loslege. Dies jedoch nur, wenn ich alleine bin. Habe ich einen oder mehrere Begleiter, bin ich wie ausgewechselt. Dann bin ich der Natural und mache allen was vor. Dann bin ich gut, ein Könner im Umgang mit Menschen und ein herzlicher Mensch und dennoch ganz klar in meinen Zielen.
Alleine bin ich ein Wrack!
Mit anderen deren Zugpferd.
Ich beweise ihnen, dass ich cool bin und bemühe mich sogar, etwaige Unsicherheiten anderer zu unterstützen. Letztens habe ich einem Bekannten ein Mädel zum Tanzen angedreht, die ich dann später selbst gegamed und mit ihr rumgemacht hab. Trotzdem bin ich für meinen Kumpel DER HELD. Ich habe DHV bei meiner LTR und ich schöpfe das voll aus. Ich komme nicht needy rüber und doch bin ich nicht in der Lage, ohne Begleitung in ein Set zu gehen.
Ich bin nicht mehr so wie früher!
Früher habe ich alle angesprochen, weil ich einfach Spaß dran hatte. Ich hatte keinen besonderen Hintergedanken, es war da nix. Es war mir egal, ob daraus was wurde. Meine Liste von Namen von Mädels war so lang, dass ich es mir nicht merken konnte. So habe ich mir einen kleinen Kalender angelegt, wo ich Namen und Datum und Ereignis festhielt, sodass ich mit ihrer Telefonnummer was anfangen konnte. Telefonnummern hatte ich in Masse. Aber ich hab nichts draus gemacht. Ich hab mal angerufen, aber ich habe nicht eskaliert. Ich wusste gar nicht, wie so was geht. Die Typen, die eine Frau im Arm hielten, habe ich meist beneidet. „Wie haben sie das bloß angestellt?“, wäre meine Frage an sie gewesen. Doch traute ich mich nicht, sie das zu fragen. Ich war wirklich doof damals.
Ok, ich war sehr begabt früher. Ich bin nicht oder nur wenig gefördert worden, was zu den ganzen Exzessen geführt hat und den ganzen Streits, die ich mit meinen Eltern gefahren hab. Erst mit 43 habe ich raus bekommen, dass ich lesen muss, um keine Kopfschmerzen zu haben, dass meine freiberuflichen Tätigkeiten mir die einzige Möglichkeit bietet, all meine Interessen anzugehen und das waren nie wenige. Heute denke ich manchmal darüber nach, was geschehen wäre, wenn man das früher erkannt hätte und mich dementsprechend gefördert hätte. Doch ich bekam ständig einen Dämpfer. Vielleicht fühle ich mich deshalb auch so winzig, weil ich mich niemals wirklich beweisen konnte, sondern immer nur im zurückgezogenen Rahmen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Auf jeden Fall rede ich heute nicht mit vielen. Im Forum poste ich zwar, doch kann ich zu Fragen rund um die Praxis nichts sagen, denn ich bin ein AFC, wirklich! Skull hat recht: „Mache viele Sets und Du wirst besser werden.“
Beruflich habe ich dadurch extrem verloren. Der Gang zum Sozialamt steht nun mal wieder für mich an, da ich nicht in der Lage bin/war, mich zu verkaufen. Ich traue mir/mich nicht. Da hatte ich ein super tolles Produkt entdeckt und gehe ich zu EINEM! Händler, biete ihm meine Dienste an, reagiere dann sofort auf alles, was er sagt und wenn er mich nicht gleich einstellt und mich in den Himmel hebt, bin ich niedergeschlagen für ein ganzes Jahr. Das geht so nicht.
Mit einer Software ging ich in einen Laden. „Haben sie mal was Zeit?“ „Nein, keine Zeit.“ Und schwupps, war ich wieder draußen. Klar, so beginnt man kein Gespräch, ja, und ich hab alles falsch gemacht. Die wussten nicht mal, was ich von ihnen wollte und schon war mein ganzer Mut in den Arsch und ich verkroch mich wieder in mein Bett. Ich war voller Scham, weil ich mich getraut hatte, mitten ins Leben zu treten und meinen Stand zu fordern. Ja, ich forderte etwas.
Wenn ich nicht arbeite, kommt die Unterstützung von überall. Es ist wie ein Wunder, wie viele Menschen sich bisher bereit erklärt haben, mir eine Unterkunft, bzw. Klamotten zu kaufen, mir einen Urlaub zu finanzieren usw. Ich kriege einfach alles geschenkt. Eigentlich brauche ich mir keine Sorgen zu machen. Ich habe zwei Frauen gleichzeitig, die ich ficken kann oder manchmal auch mal drei. Ich kann es mir leisten! Das macht mich sehr, sehr stolz auf mich.
Ich träume immer noch davon, meinen Unterhalt fürs Leben selbst zu verdienen. Ich habe mittlerweile Produkte gefunden, welche die Leute wirklich gut gebrauchen können. Ich möchte auch gerne wieder Unterricht geben und auch noch eine neue Ausbildung machen. Aber eines möchte ich ganz dringend wieder: Ich möchte zurück in meinen Verein. Ich will wieder Spaß ohne Ende haben, möchte Kanufahren und mich wohl fühlen dürfen, möchte mit den anderen rumalbern und wieder Sets machen ohne Ende.
Warum habe ich mir das genommen?
Ich will endlich wieder fröhlich werden!
PS: Habe mich grade schon informiert, wie ich da wieder rein komme
Na dann…

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